Essen / Metropole Ruhr. Die Verbandsversammlung des Regionalverbandes Ruhr (RVR) hat in ihrer heutigen Sitzung (30. September) beschlossen, das Geonetzwerk.metropoleRuhr nach einer erfolgreichen dreijährigen Pilotphase zur Daueraufgabe des Verbandes zu machen. Damit werden wichtige Geodaten der Region über Gewerbeflächen, Wohngebiete, Naturschutzareale oder zu Umwelt und Klima zentral bereitgehalten.

Am 9. Dezember 2013 wurde die interkommunale Kooperation gegründet. In der dreijährigen Erprobungsphase hat der RVR zusammen mit den Vermessungs- und Katasterämtern der Region eine gemeinsame Geodateninfrastruktur aufgebaut, die den Zugriff auf die verteilt liegenden Informationen und Daten bündelt und für viele Nutzer wie Unternehmen, Verbände und Planungsbüros zugänglich macht.

Die Hochschule Bochum, Fachbereich Geodäsie, hat das Projekt drei Jahre begleitet und in ihrem Evaluationsbericht bescheinigt, dass das Geonetzwerk.metropoleRuhr wichtige Entscheidungsgrundlagen der Region für alle Beteiligten zentral bereithält.

Bottrops Oberbürgermeister Bernd Tischler betont als Vorsitzender des RVR-Planungsausschusses: „Mit dem Geonetzwerk.metropoleRuhr werden wir durch intensive Zusammenarbeit, Bündelung und Standardisierung die künftigen Herausforderungen im Geoinformationssektor meistern. Wo man früher aufwändig nach Geoinformationen recherchieren musste, erhält man jetzt mit einem statt 53 Klicks qualitativ hochwertige Daten für die einzelne Stadt oder die gesamte Region.“

Zukünftig sollen zu möglichst vielen Themen flächendeckende regionale Informationen vorliegen. Die Entwicklung der ruhrgebietsweiten Bebauungsplanübersicht Metropole Ruhr (https://bplan.geoportal.ruhr) ist ein weiterer, wichtiger Schritt. Besonders beliebt ist das Luftbildportal, was auch in den drei Jahren entwickelt worden ist.

Der Verband wird 345.000 Euro pro Jahr in die Fortführung investieren. Die Kommunen sparen durch die Zusammenarbeit unter anderem bei Anschaffungs- und Entwicklungskosten. Gleichzeitig kommen sie mit dem Portal ihrer zunehmenden Verpflichtung nach, UmweltInformationen und Geodaten auf der Grundlage europäischen Rechts („INSPIRE“) bereitzustellen.

Mitglieder der interkommunalen Kooperation sind der Regionalverband Ruhr, die Städte Bochum, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Hamm, Herne, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen sowie die Kreise Ennepe-Ruhr, Recklinghausen, Unna und Wesel. Weitere Beteiligte sind das Ministerium für Inneres und Kommunales NRW (GDI-NRW) sowie kreisangehörige Städte und Gemeinden in den Gebietsgrenzen des RVR.

Geodaten sind raumbezogene Informationen, die zunehmend in den Alltag einfließen. Ob Navigation, Standortplanungen, Bauleitplanungen oder umweltrelevante Themen, ob Verwaltung oder Wirtschaft, eine Vielzahl von täglichen Planungen und Entscheidungen basieren auf diesen raumbezogenen Daten.

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